Wir über uns

Unsere Firmengeschichte

Mit viel Talent für's Improvisieren hat das Ehepaar Seehaus seine Firma vom Gartenlauben-Geschäft zum heutigen Großhandel für Schreibwaren, Schulbedarf und - mit enorm steigender Tendenz - Kreativprodukte geführt.

Heute werden sogar unter Eigenmarke Spezialitäten angefertigt, und im Sortiment von Importen und Sonderposten wird so mancher Händler auch bei ausgefallenen Artikeln fündig.

Die Wende
1989 brachte die Wende für Maria-Elena und Hans-Jürgen Seehaus zunächst die Arbeitslosigkeit mit sich. Optimistisch nahmen die Kindergärtnerin und der Werkzeugmacher ihr Schicksal in die eigenen Hände.
Kurz entschlossen wurde das Sortiment von Haushalts-, Schreib- und Kurzwaren, sowie allerlei anderen Produkten vom aufgelösten Dorfkonsum in Kloster Zinna bei Berlin vorerst in der eigenen kleinen Gartenlaube auf 20 qm weitergeführt.
"Die Einnahmen reichten gerade so zum Überleben", beschreibt die Inhaberein die Anfänge.
Zu dieser Zeit wurde das Magdeburger Bürokontor, ein Großhandel für Schreib- und Bürobedarf, von der Firma Schlöbbke, Braunschweig, übernommen. Dabei wurden alle noch vorhandenen Schreibwaren aus DDR-Zeiten billig abgegeben oder verschenkt.
"Weil zur Zeit der Wende jeder DDR-Bürger mehr an Micky Mouse und Co. interessiert war, als an den altbewährten DDR-Artikeln.", erklärt Unternehmer Seehaus.


Ansturm war vorprogrammiert
Genau darin sahen die Firmengründer ihre Chance. Sie kauften DDR-Artikel zu günstigen Konditionen auf. Dies stellte sich bald als cleverer Schachzug heraus.
Schon ein Jahr später war die erste Euphorie und der stärkste Anlauf auf die "West-Produkte" vorbei. Der Trend orientierte sich wieder zu den preisgünstigen, aber guten DDR-Füllern, -Schulheften, -Zeichenblöcken usw. hin.

"Da nur noch wir diese Produkte anbieten konnten, gab es zum Schulanfang 1990 einen riesigen Ansturm auf unseren Laden", erinnert sich das Ehepaar.

In Zweierreihen bildete sich zeitweise eine Warteschlange von bis zu 30 Metern zum Ladeneingang. Obgleich immer nur fünf Kunden im Verkaufsraum Platz hatten, harrten die Kaufwilligen geduldig aus. Allerdings erkannten die Firmeninhaber daraus, dass man sich dringend vergrößern musste. Dabei behalf man sich erst einmal mit einem Verkaufsanhänger, der vor dem Laden platziert wurde.
Ein Jahr später wurde die Laube ausgebaut und die Verkaufsfläche somit verdoppelt. Überall war der Vorrat eingelagert, um einerseits alles verfügbar zu haben, andererseits aber nicht aus allen Nähten zu platzen.
Sogar Räumlichkeiten bei Verwandten, sowie zusätzlich organisierter Lagerplatz in Scheunen, Garagen und auf Dachböden wurde genutzt, damit möglichst alle Kundenwünsche rasch erfüllt werden konnten.
"Außerdem waren wir ja weiterhin ständig auf der Suche nach neuer Ware und kauften im gesamten Gebiet der neuen Bundesländer die unterschiedlichsten Produkte auf", so Hans-Jürgen Seehaus.

Neue Klientel
Inzwischen hatte es sich bis zum Einzelhandel herumgesprochen, dass das Ehepaar Seehaus als verlässliche Quelle für die teils rar gewordenen und schwer erhältlichen Waren galt.
"Aus der Nachfrage des Einzelhandels ergab es sich, dass wir die Fachgeschäfte belieferten - und so entstand schließlich unser Großhandelsunternehmen." Den Löwenanteil im Sortiment bildete Ware aus der Tschechischen Republik, unter anderem, weil die Firma Koh-I-Noor als Hauptlieferant für das Gebiet der Ex-DDR fungierte.
Nach und nach konnten keine DDR- Produkte mehr aufgestöbert werden. So begann der Import-Zweig bei Seehaus, damit man weiterhin möglichst vollständig sortiert sein konnte.      
Mit Hilfe des ausgebauten Vertreternetzes wurde das Angebot von DDR-Produkten und neuen Importen immer erfolgreicher in den neuen Bundesländern verkauft. Inzwischen setzt sich das Import-Programm aus Waren u. a. aus Polen, Tschechien, Ungarn, Italien, Spanien, Korea, China, Taiwan, Indonesien oder den Philippinen zusammen.

Natürlich mussten sich längst auch die räumlichen Bedingungen entsprechend den Bedürfnissen der Firma anpassen. 1996 mietete man sich mit Büros in ein ehemaliges Plüschwerk ein, das seit 1999 - erst gemietet, dann gekauft - nun komplett als Lager mit 2.000 qm Fläche dient.

Bei M.-E. Seehaus sorgen neben den Firmeninhabern drei Büroangestellte, fünf Lagermitarbeiter, vier feste Außendienstler (einschließlich Sohn Roy) in den neuen; fünf freie Vertreter in den alten Bundesländern, ein freier Handelsvertreter in Österreich sowie Sohn Christian als EDV- und Werbefachmann für den internen und externen "Rundlauf" in allen Firmenbereichen.

Das stärkste Wachstum verzeichnet der Großhändler beim Künstlerbedarf. Seit 1997 bis 2003 wurde der Umsatz jährlich verdoppelt. Inzwischen setzt sich das Programm aus Keilrahmen, Malpappen, Staffeleien, allen Farbsorten, Pinseln, Modellpuppen und diversem Zubehör zusammen.

 
Das Sortiment wird aus zehn Ländern importiert. Außerdem hat M.-E. Seehaus eine eigene Produktionsstätte in Osteuropa, um spezielle Artikel in Eigenmarke zu fertigen.
Mit dem Jahr 2004 kam die Exklusiv Vertretung des Künstlerbedarfs-Sortiments von Koh-I-Noor für die neuen Bundesländer hinzu.
Zwischenzeitlich ist die Firma Seehaus in ganz Deutschland und Österreich aktiv.

"Wir können zum Einen durch unsere besondere Sortiments-Zusammenführung, zum Anderen durch unsere kostengünstige Lagerhaltung - auf eigenem Grund und Boden scharf kalkulieren ", erklärt Maria-Elena Seehaus.      Image
"Außerdem lautet unsere Devise: Leben und Leben lassen" - und mit den guten Konditionen verhilft die Import-Export-Firma auch dem Einzelhandel zu einer vernünftigen Marge. Allerdings führt die große Nachfrage auch dazu, dass die Ware Containerweise verkauft ist, noch bevor sie verladen ist.

 "Aber das können wir künftig sicher auffangen", kündigt das Ehepaar Seehaus
an, "denn wir bekommen jetzt mehr Unterstützung vom Land durch Fördermittel und einen höheren Kreditrahmen, damit wir unsere Importe ausbauen und finanzieren können."
Zudem wird die entspanntere Situation genutzt, um neue Ideen umzusetzen. Insbesondere das Künstlerbedarfs-Programm, um interessante Import-Artikel zu erweitern und immer mehr in den geplanten Ausbau des Hobby- und Bastelsegments hineinzuwachsen.

"Doch übernehmen wollen wir uns nicht, daher machen wir immer einen Schritt nach dem anderen!" Das bisherige Erfolgsrezept bleibt also für die Firma M.-E. Seehaus auch die Strategie für die Zukunft.

Geschäftsführung